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Maximum the Hormone – Brachialer Nu-Metal aus Japan

 

V. l. n. r.: Uehara, Daisuke, Nao, Ryu

Fällt der Begriff J-Music (wahlweise J-Rock oder J-Pop), denken viele zunächst entweder an riesige Girlgroups (ala AKB48) oder an düster überschminkte Gestalten aus dem Visual-Kai-Bereich (Gackt ist hierzulande wohl am bekanntesten). Diese zwei Phänomene erfreuen sich in Japan, teilweise aber auch außerhalb, zwar einer ungebrochen großen Beliebtheit, jedoch hat der japanische Musikmarkt noch viel mehr Verrücktheiten für jeden Geschmack zu bieten.

Eine Gruppe, die sich durch einen sehr eigenständigen Stil auszeichnet, wollen wir an dieser Stelle näher vorstellen: Die Punk/Nu-Metal Band „Maximum The Hormone“ (kurz: MTH). Gegründet 1998, besteht die Band nach zwei Mitgliederwechseln inzwischen aus dem Leadsänger Daisuke-Han (eig. Daisuke Tsuda), dem Gitarristen Maximum the Ryokun (eig. Ryo Kawakita), dem Bassisten Ue-Chan (eig. Futoshi Uehara) und der Schlagzeugerin Nao (Nao Kawakita).

Ihre Musik zeichnet sich aus durch ein Wechselspiel zwischen brachialen Parts mit mehr Geschrei als Gesang und stark verzerrten Gitarren, gepaart mit eher melodischen Passagen mit klarem, höherem Gesang, auch von Schlagzeugerin Nao. Dadurch haben die Songs eine starke Dynamik und Energie.

Erklärtes Ziel der Band ist es so viel Spaß wie möglich zu haben und dieses Gefühl auch dem Publikum zu bieten. Dementsprechend kann man keine tiefgründigen Texte erwarten, manche sind sogar eher sinnfrei. MTH achten mehr darauf die Texte so zu gestalten, dass sie sich gesungen sehr gut in die Musik einfügen. Das führt zu einer ausgeprägten Rhythmik in den Liedern.

Die Texte sind fast ausschließlich auf japanisch, haben aber, wie im J-Rock generell üblich, häufig einige englische Versatzstücke. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Song Koi no Megalover, wo sich die Zweisprachigkeit schon im Titel andeutet.

Erwähnenswert sind auch die Musikvideos, die teilweise sehr surreal anmuten – ein Anspiel Tip ist “Bikini Sports Ponchkin“.

MTH haben bislang sechs Alben veröffentlicht, das letzte im Jahr 2007 (Bu-ikikaesu).

Live kann man sie in unseren Gefilden eher selten erleben, da sie hauptsächlich in Japan und Umgebung unterwegs sind. Ab und an unternehmen sie jedoch kleinere Tourneen durch die USA oder Europa. Dabei waren sie auch schon in Deutschland zu sehen, das letzte mal in 2011.

 

Persönliches Fazit: Ich mag Maximum “The Hormone” insbesondere wegen der Energie und guten Laune, die sie ausstrahlen. Man hört einfach dass sie unglaublich Spaß daran haben auf der Bühne und im Studio die Sau rauszulassen. Ich kann sie jedem empfehlen der Gruppen wie etwa KoЯn (in fröhlich) schätzt und sich nicht von japanischen Texten abschrecken lässt.

Meine Empfehlungen:

Koi no Mega Lover

Bikini Sports Ponchkin (besonders wegen dem dazugehörigen Musikvideo)

Rei Rei Rei Rei Rei Rei Rei Rei Ma Ma Ma Ma Ma Ma Ma Ma

Whats up people

Minoreba Rock

 

Über den Autor:  Er interessiert sich schon seit einigen Jahren sehr stark für die japanische Kultur, sowohl für die traditionelle als auch die moderne, in unseren Augen etwas verrücktere. Im August 2012 hatte er die Chance an einem zweiwöchigen Schüleraustausch nach Japan teilzunehmen um so den dortigen Alltag hautnah mitzuerleben. Derzeit plant er einen längeren Aufenthalt und ein anschließendes Studium der Japanologie.

Text: Mathis Gilsbach

Foto: pt

 

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